Was bedeutet Verhinderungspflege?

Wenn Sie als private Pflegeperson wegen Urlaub, Krankheit oder aus sonstigen Gründen die Betreuung Ihres pflegebedürftigen Angehörigen für eine bestimmte Zeit nicht übernehmen können, übernimmt die Pflegekasse

  • die Kosten für eine notwendige Ersatzbetreuung für längstens sechs Wochen jährlich oder
  • für eine stundenweise Vertretung (weniger als 8 Stunden am Stück) über das Jahr verteilt.

Die Voraussetzungen für die Kostenübernahme von bis zu 1.612 € jährlich durch die Verhinderungspflege sind

  • Mindestens Pflegegrad 2 der pflegebedürftigen Person
  • Es gibt seit mind. 6 Monaten eine eingetragene Pflegeperson
  • Pflegebedürftige Person wird ambulant u.a. von Angehörigen betreut
  • die Person der Verhinderungspflege ist nicht mit der pflegebedürftigen Person bis zum zweiten Grade verwandt oder verschwägert und lebt auch nicht mit dem Pflegebedürftigen in häuslicher Gemeinschaft
  • die zu pflegende Person wird nicht ausschließlich durch einen Pflegedienst betreut

Bei einer Verhinderungspflege von mehr als 8 Stunden täglich bzw. von mehreren Tagen oder Wochen am Stück ist zu beachten, dass das Pflegegeld in dieser Zeit nur noch zur Hälfte des bisher bezogenen Pflegegeldes weitergezahlt wird.

Ein Beispiel (In Anlehnung an das Bundesministerium für Gesundheit)

Die Pflegeperson erkrankt an 15 Tagen. Während dieser Zeit wird Verhinderungspflege gewährt. Vor der Verhinderungspflege wurde Pflegegeld für Pflegegrad 4 in Höhe von 728 Euro monatlich bezogen. Für den ersten und letzten Tag der Ersatz­pflege wird das volle Pflegegeld bezahlt (2/30 von 728 Euro). An den übrigen 13 Tagen wird noch ein hälftiges Pflegegeld in Höhe von 157,73 Euro gezahlt (50 Prozent von 728 Euro = 364 Euro x 13/30 = 157,73 Euro). Danach wird das Pflegegeld wieder in voller Höhe gezahlt.

Wird die Verhinderungspflege hingegen nur stundenweise (weniger als 8 Stunden täglich) über das Jahr verteilt abgerufen, z. B. wenn Sie als pflegender Angehöriger an einem Abend ins Theater gehen möchten

  • schaffen Sie sich kleine Auszeiten im Alltag, indem Sie bspw. für einige Stunden im Monat ihre Betreuungsverantwortung komplett abgeben
  • besteht weiterhin ein Anspruch auf das volle Pflegegeld.

Die Verhinderungspflege bietet Ihnen damit eine weitere mögliche Entlastung in Ihrem fordernden Betreuungsalltag.

Kurzzeitpflege

Zusätzlich zu den Leistungen der Verhinderungspflege können Sie bis zu 50% des Leistungsbetrags für die Kurzzeitpflege (bis zu 806€ im Kalenderjahr) für die Verhinderungspflege und somit zu Ihrer eigenen Entlastung nutzen.

Für die Beantragung der Verhinderungspflege (auch in Kombination mit der Kurzzeitpflege) nutzt jede Pflegekasse eigene Formulare. Die durch die Verhinderungspflege entstandenen Kosten werden Ihnen erst nach Einsendung der entsprechenden Rechnungen erstattet.

Mit Hilfe einer einmalig geschlossenen Abtretungserklärung übernimmt TopBetreuung jedoch auch die Beantragung der Verhinderungspflege, die Abrechnung und den Schriftkram für Sie.